, 29.10.2010

Berufsvorbereitung in Kooperation - Neues Projekt in der Schillerstraße 15

Der Weg in den Beruf ist für alle Jugendlichen nicht einfach. Für Jugendliche mit geistigen Behinderungen sind die Hürden vor einem gelingenden Arbeitsleben jedoch besonders hoch. Immer noch beginnt und endet der berufliche Weg oftmals auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt, das heißt in speziellen handwerklichen Werkstätten. Damit dies nicht immer so sein muss, startete in Ulm ein neues Schulversuchsprojekt.

Durch die Gründung einer Berufsvorbereitenden Einrichtung (BVE), versucht das RAZ zusammen mit der Max-Gutknecht-Schule einerseits sowie die Ulmer Gustav-Werner-Schule andererseits diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen.

Die BVE richtet sich an Schülerinnen und Schüler von Sonder- beziehungsweise Förderschulen (ab Klasse 9). Innerhalb von drei Jahren sollen diese Schüler mit ihrem erhöhten Förderbedarf Schritt für Schritt auf die Anforderungen des allgemeinen (ersten) Arbeitsmarktes vorbereitet werden. Beginn in Ulm war nach den Sommerferien in der Schillerstraße 15. In dem gerade erst neu eröffneten Zentrum für Bildung, Rehabilitation und Teilhabe sind moderne Ausbildungswerkstätten und Fachräume für das Regionale Ausbildungszentrum Ulm (RAZ) sowie die Max-Gutknecht-Schule entstanden. Diese Räume können nun auch für die BVE genutzt werden.

Im Haus in der Schillerstraße 15 erhalten die teilnehmenden Förder- und Sonderschüler in zwei BVE-Klassen je einmal wöchentlich berufsvorbereitenden Theorieunterricht in den Klassenzimmern und Fachräumen der Max-Gutknecht-Schule. An einem zweiten Schultag lernen sie in den RAZ-eigenen Werkstätten wie beispielsweise in der Backstube oder in der Großküche die betriebliche Realität kennen. So üben sie unter der fachlichen Aufsicht von den erfahrenen Partnern, selbstständig und verantwortlich zu arbeiten, wie es in ihrem späteren Berufsleben gefordert sein wird. Die restlichen drei Unterrichtstage verbringen die BVE-Teilnehmer an ihren Stammschulen.

Die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) ist ein Schulversuchsprojekt innerhalb der Bildungsoffensive der Stadt Ulm. Die Stadt selbst sowie der Bezirk Biberach sind die Schwerpunktregionen dieses Projekts. Kennzeichnend sind jeweils Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Schulen. An der BVE in der Schillerstraße 15 sind mehrere Institutionen beteiligt: die Stadt Ulm, das Staatliche Schulamt Biberach, die Gustav-Werner-Schule als federführende öffentliche Schule und das RAZ mit der Max-Gutknecht-Schule als private Schule. Träger des RAZ sowie der Max-Gutknecht-Schule ist das Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg, das wiederum Teil der gemeinnützigen Stiftung Liebenau in Meckenbeuren ist.

Bild oben: Kooperationspartner der BVE in Ulm: (v.l.)
Roland Groner, Schulleiter Max-Gutknecht-Schule Ulm.
Birgit Simon, Abteilungsleiterin RAZ Ulm;
Uli Fischer, Schulleiter der Gustav-Werner-Schule Ulm;
Josef Merkle, Schulamtsdirektor Staatliches Schulamt Biberach;

Roland Groner

Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart